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01.01.2013 00:00

"Lasst uns auf Jesus Christus schauen, den Urheber und Vollender des Glaubens" - Geistliches Leitwort 2013

Unser Leitwort im Jahr der Glaubenserneuerung

Die 50. Wiederkehr des Jahrestages der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils durch Papst Johannes XXIII. am 11. Oktober 1962 hat Papst Benedikt XVI. zum Anlass genommen, für die gesamte Kirche ein Jahr des Glaubens auszurufen. Dieses hat am 11. Oktober begonnen und soll bis zum Christkönigssonntag des Jahres 2013 andauern. Die Beweggründe, die den Hl. Vater zur Proklamation einer solchen Zeitspanne intensiver Glaubenserneuerung bewogen haben, aber auch die Erwartungen und Ziele, die er damit verbindet, hat er im Apostolischen Schreiben PORTA FIDEI vom 11.10.2011 dargelegt. Im Kern geht es darum, den Weg des Glaubens, der in das Leben der Gemeinschaft mit Gott führt und zugleich in seine Kirche eingliedert, neu zu entdecken. Dadurch sollen die Freude und die erneute Begeisterung der Begegnung mit Christus deutlicher werden. Denn , so akzentuiert der Papst: "Der Glaube ist die Entscheidung, beim Herrn zu sein und mit ihm zu leben."

Um das mit dem Jahr des Glaubens verbundene Anliegen als Impuls in unsere persönliche Frömmigkeit und Lebenswelt einzubringen, hat die Priorenkonferenz in Übereinkunft mit der Spiritualitätskommission der Deutschen Statthalterei für das Jahr 2013 als geistliches Leitwort formuliert: "Lasst uns auf Jesus Christus schauen, den Urheber und Vollender des Glaubens!"

Dieser Aufruf verdichtet einen Appell aus den beiden ersten Versen des 12. Kapitels des Hebräerbriefes. Hier ermuntert der uns unbekannte Verfasser dieses "Wortes der Zurede" (vgl. Hebr 13,22) sich und seine Mitchristen, im Wettkampf, der vor ihnen liege, ausdauernd zu laufen. Ermutig dazu werden die Angesprochenen durch die beeindruckende Schar von Glaubenszeugen, die Kap. 11 vorführt, beginnend mit Abel, dem Gerechten. Diese "so große Wolke von Zeugen" (Hebr 12,1) umgibt gleichsam die Angesprochenen als lebendige Geschichte eines sich bewährenden Glaubens. Sie soll in dem anstehenden "Dauerlauf" die notwendige Motivation stärken, "indem wir auf den Anführer und Vollender des Glaubens, Jesus, schauen" (Hebr. 12,2).

Das bedeutet: Jesus Christus bildet den Abschluss und Höhepunkt dieser alttestamentlich-jüdischen Modellgestalten des Glauben. In Jesus sollen die Gläubigen das größte Beispiel des Glaubens überhaupt erkennen. "Denn er lebt und präsentiert auf seinem irdischen Weg, bei der Passion (wo er den Widerstand von Sündern erduldete), am Kreuz und als Anführer der Glaubenden, die ihm folgen, unübertrefflich die Orientierung an Gottes himmlischer Welt, auf die es im Glauben ankommt" (M. Karrer). Hinzu kommt: Während alle anderen Glaubensgestalten "die Verheißung nicht an sich zogen" (vgl. Hebr 11,39), hat Jesus das verheißene Ziel erreicht: "Er hat sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt" (Hebr. 12,2). Darum sollen die Glaubenden auf ihn schauen, um nicht im eigenen Leben zu ermüden und zu erlahmen. Denn ihr Blick wird den wahrnehmen, der "angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen hat, ohne auf die Schande zu achten" (Hebr. 12,2).

Obwohl Jesus die Reihe der angeführten Glaubenszeugen abschließt, darf er der Sache nach als deren Anführer gelten; zugleich ist er aber auch derjenige, der - in seiner Erhöhung - den Glauben vollendet hat. Immer wieder auf ihn zu schauen, vielleicht nur in einem kurzen Augenblick des Innehaltens mitten im Alltag, sollte uns ermutigen auf dem bisweilen auch dunklen Weg des Glaubens, nicht nur im Jahr des Glaubens.

Cfr. Reinhold Bohlen

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