Aktuelles

Alle Neuigkeiten ›

Inhalt

30.08.2016 10:00

Pax optima rerum: Die Frühjahrs-Investitur 2016 in Münster

Im Jahr 2016 feiert die Komturei St. Ludgerus Münster ihr 50-jähriges Bestehen. Ein willkommener Anlass, die Mitglieder und Freunde des Ordens voll Freude  vom 20. bis zum 22. Mai 2016 zur Investitur in die Stadt des Westfälischen Friedens zu rufen – zum vierten Mal nach 1967, 1980 und 2001. Die Komturei St. Ludgerus, die den 805 geweihten ersten Bischof von Münster in ihrem Namen führt, wählte dazu angesichts der bedrängenden Situation der Christen im Heiligen Land die Frühjahrsinvestitur 2016 das historische Leitwort „Pax optima rerum“, das bis heute in der alten Ratskammer des historischen Rathauses die dankbare Erinnerung an den Friedensschluss lebendig hält.

Cfr. Dr. Michael Schnieders, der Leitende Komtur der Komturei Münster sowie der Investiturbeauftragte, Cfr. Jürgen Wertschulte, begrüßten in der Einladung zur Investitur in Münster besonders die  Kandidatinnen und Kandidaten, die sich entschlossen haben, durch ihre Aufnahme in unseren Ritterorden „mit Mund und Herz unsere Ziele zu unterstützen“.  Und diese Einladung der Komturei Münster wurde gerne wahrgenommen: Der Präsident der Ordensprovinz, Hans-Dieter Voß, und der Leitende Komtur der Komturei St. Ludgerus Münster, Dr. Michael Schnieders und das Investitur-Team aus Münster konnte etwa 400 Damen und Ritter als Ordensmitglieder, insgesamt gut 750 Gäste in der „Metropolis Westphaliae“ begrüßen. Unter den zahlreichen Ehrengästen aus dem Orden, dem kirchlichen, politischen und gesellschaftlichen Leben haben an der Investitur neben den Gästen aus ganz Deutschland auch Delegationen aus den Statthaltereien Belgien, Niederlande, Luxemburg, Polen und der Schweiz teilgenommen. Als Vertreter des Großmeisteramts des Ordens in Rom hat Cfr. Dr. Heinrich Dickmann, Mitglied der Heilig-Land-Kommission im Großmeisteramt des Ordens, teilgenommen.

Für die Kandidatinnen und Kandidaten begann die Investitur mit einer Begrüßung durch den Oberbürgermeister von Münster, Herrn Markus Lewe, im Friedenssaal des Rathauses. In seiner Ansprache stellte Oberbürgermeister Lewe die Geschichte und Entwicklung der  Universität- und Bistumsstadt Münster dar. Anschließend bat er den Statthalter, Cfr. Dr. Detlef Brümmer, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen und aus dem „Goldenen Hahn“, dem traditionellen "Willkommens-Pokal" der Stadt Münster zu trinken.

Beim anschließenden Empfang für die Kandidatinnen und Kandidaten betonte der Statthalter, Cfr.  Dr. Detlef Brümmer, dass die Mitgliedschaft im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem  „keine beschauliche Veranstaltung“ sei; prägend für diese geistliche Gemeinschaft sei „die Bereitschaft zur gemeinsamen Tat: zum Pilgern, zum Beten und zum Opfern“.

Alle Teilnehmer der Investitur kamen zur Beginn der Feierlichkeiten zur Friedensvesper in der evangelischen Apostelkirche zusammen. Die gotische Apostelkirche, Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut, war ursprünglich das Gotteshaus der Franziskaner-Minoriten und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts Garnisonskirche; heute ist sie die evangelische Hauptkirche der Stadt. Die Liturgie zelebrierte Cfr. Spiritual Gerhard Theben. Er ging in seiner Predigt auf die tiefe Sehnsucht des Menschen nach Frieden ein. Diese Sehnsucht des Menschen nach Frieden werde derzeit besonders deutlich, wenn man sich vor Augen führe, dass die Religionskriege, die in Europa mit dem Westfälischen Frieden beendet werden konnten, heute geradezu im Weltmaßstab wiederkehrten. Doch im Hinblick auf die tiefe Sehnsucht des Menschen nach Frieden, die Cfr. Theben mit dem Worten „Frieden – das wäre es!“ zusammenfasste, betonte er unter Hinweis auf die Worte „Christus ist der Friede“ im Epheserbrief, dass wir Christen primär nicht nur nach einem gesellschaftlichen oder politischen Friedenssystem suchen, sondern dass in der personalen Beziehung zu Christus der Schlüssel zu Frieden liegt: „Weil Gott das beste für den Menschen will, dürfen wir sagen: Pax optima rerum - Quia Christus lo vult.“ Die besondere persönliche Verbundenheit im Orden wurde in der Vesper wieder durch das gemeinsame Totengedenken, der Segnung der neuen Ordensinsignien sowie durch die Bekanntgabe der Promotionen verdeutlicht.

Der anschließende Begrüßungsabend im Speicher 10 der Großen Speicherstadt war geprägt durch münsteranische Bodenständigkeit und Gemütlichkeit und bot beste Möglichkeiten zur persönlichen Begegnung. Cfr. Dr. Schnieders, dem Leitenden Komtur von Münster, gelang es trotz der geselligen Gesprächsatmosphäre ohne Probleme, die Aufmerksamkeit aller Gäste für seine Begrüßung zu gewinnen, die er – ganz der Internationalität des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem entsprechen – in fünf Sprachen vortrug.

Der erste Tag der Investitur fand mit der Vigilfeier in der Pfarrkirche St. Ludgeri seinen ruhig-besinnlichen Abschluss. Cfr. Prof. Dr. Christoph G. Müller, Geistlicher Zeremoniar der Statthalterei, stimmte die Teilnehmer der Vigil, insbesondere die Kandidatinnen und Kandidaten, auf die Investitur ein und brachte so die Vorbereitung auf die Investitur, die u.a. durch eine Novene geprägt war, zum Abschluss. Die musikalische Gestaltung lag in der Hand von Familie Dr. Schnieders: Cfr. Dr. Michael Schnieders spielte die Orgel und sein Sohn, Bernhard Schnieders, spielte Cello. Cfr. Prof. Dr. Christoph G. Müller erinnerte in seiner Predigt unter anderem daran, dass die Heilige Edith Stein in dieser Kirche St. Ludgeri ihre Berufung zur Ordensfrau erfahren hat. Cfr. Prof. Dr. Christoph G. Müller wies auch darauf hin, dass diese um 1180 erbaute Kirche „ein durchbeteter Raum“ ist, in dem auch die Komturei St. Ludgerus Münster zu ihrem monatlichen Friedensgebet zusammenkommt. Darüber hinaus ging er auf das Leben und Wirken des in Münster verehrten Seligen Niels Stensen ein. Der früheren Weihbischof von Münster war nicht nur ein prinzipientreuer Theologe, sondern darüber hinaus auch ein naturwissenschaftliches  Universalgenie, das acht Sprachen perfekt beherrschte und den Wilhelm von Humboldt als „Vater der Geologie“ bezeichnet hat. Einen weiteren Impuls gab er anhand des an der Westseite der Kirche angebrachten, handgeschnitzten Bildnis des gekreuzigten Christus. Dieses Kruzifix wurde bei einem Bombenangriff 1944 schwer beschädigt. Auf Beschluss der Kirchengemeinde blieb das Werk nach Ende des Zweiten Weltkrieges in dieser beschädigten Form, bei der der Figur nun beide Arme fehlen. An der Stelle, wo sich zuvor die Arme befanden, ist nun eine Inschrift mit den Worten „Ich habe keine anderen Hände als die Euren“ angebracht. „Wenn das so ist, dann hat das Konsequenzen für mein Leben“, gab Cfr. Prof. Dr. Christoph G. Müller den Teilnehmern der Vigil zu bedenken.

Der zweite Tag der Investitur begann mit der Kapitelsitzung im Fürstenberghaus am Domplatz sowie einen vielfältigen Kulturprogramm in der geschichtsreichen Altstadt von Münster, bevor das große Domgeläute die Teilnehmer zum feierlichen Investitur-Gottesdienst in den Paulusdom, der 2014 sein 750-jähriges Bestehen feiern konnte und die einzige Kathedrale in Deutschland mit dem Patrozinium des Völkerapostels ist, rief.  

Cfr. Prof. Dr. Christoph G. Müller, Geistlicher Zeremoniar der Statthalterei, eröffnete die Kapitelsitzung mit einem Gebet und einem kurzen Impuls zur Geschichte des Fürstenberghaus, in dem u.a. auch Stensen gelehrt hat. Zentraler Punkt des Berichts des Statthalters, Cfr. Dr. Detlef Brümmer, war es, für die schwierige politische und religiöse Situation im Heiligen Land zu sensibilisieren. Hierzu ging er auf die unterschiedlichen Friedensbeteiligten im Heiligen Land, die Lage der Christen und ihre Konfessionen zwischen anderen Populationen, Nationen und Religionen ein. Er ging hierbei u.a. auf die unterschiedliche Bevölkerungsstruktur und Wirtschaftskraft von Israel, Palästina und Jordanien ein und sensibilisierte die gut 350 Teilnehmer der Kapitelsitzung für die Unterschiede auch in Hinblick auf die die politisch-gesellschaftlichen Strukturen und Rahmenbedingungen dieser Länder.

Der Schatzmeister der Deutschen Statthalterei, Cfr. Peter Rauscher, gab in seinem Bericht u.a. einen Einblick auf den abgeschlossenen Jahresabschluss 2015. Er dankte seinem Vorgänger, Cfr. Walter Harnischfeger für die gute Zusammenarbeit und gab Einsichten in die Herausforderung eines Schatzmeisters, sowohl den Anforderungen der Finanzverwaltung als auch den Erwartungen der Confratres und Consorores zu entsprechen. Im Hinblick auf die  satzungsgemäße Mittelverwendung verwies er u.a. auf die detaillierte Darstellung im Deus lo vult aktuell 1/2016.  Hiernach ging er auf die Einnahmen und Ausgaben des Ordens – insbesondere im Hinblick auf wesentliche Förderprojekte des Ordens – sowie auf die Verwaltungskosten des Ordens ein.

Hiernach gab Csr. Cornelia Kimberger, Vorsitzende der Heilig-Land-Kommission, einen Bericht über die laufenden Projekte im Heiligen Land und die anstehenden Herausforderungen. „Die Nöte der Christen im Heiligen Land begleiten uns weiterhin, liebe Consorores und Confratres. Die hohe Arbeitslosigkeit in Jordanien und Palästina, die dortige politische Situation, die Minderheitensituation der Christen, die Perspektivenlosigkeit, die Kriege in unmittelbarer Nachbarschaft, die Verzweiflung der Flüchtlinge in Jordanien. All dies macht sprachlos und berührt zu tiefst. So möchte ich Sie ermuntern, auch weiterhin mit diesem Engagement, wie im vergangenen Jahr, die uns anvertrauten Christen in der Heimat Jesu zu unterstützen. Immer wieder wurde ich von den Priestern der Gemeinden und vom Patriarchen persönlich gebeten, Ihnen allen ein großes Dankeschön weiterzugeben“, betonte Csr. Kimberger zum Schluss ihres Berichts.

Hiernach ging Cfr. Pater Dr. Clemens Dölken OPraem auf die Arbeit und Entwicklung der Stiftung der Ritter und Damen der Deutschen Statthalterei ein. Der Sekretär der deutschen Statthalterei, Cfr. Winfried Engel, stellte hiernach das neue Mitgliederverzeichnis vor, das ab dem Tag der Investitur auch online zur Verfügung stand. Der Statthalter dankte insbesondere Cfr. Engel und Cfr. Lübbers mit seinem Sohn sowie allen anderer Beteiligten, die sich im Vorfeld dieser Neuausgabe des Mitgliederverzeichnisses mit viel Zeit und Arbeit eingebracht haben.

Zum Abschluss der Kapitelsitzung lud Csr. Ursula Eglseder, Leitende Komturdame der Komturei der Komturei St. Martin Bonn, zur Herbst-Investitur nach Bonn ein. Sie wies darauf hin, dass Rheinischer Katholizismus, Wissenschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft in Bonn eine fruchtbare Allianz eingegangen sind, geprägt durch Menschen Beethoven und Adenauer – einem Mitglied unseres Ordens. Manches davon werden die Teilnehmer der Investitur im Programm wiederfinden. „Die alte Bonner Stiftskirche, ein Martinszug als Zeugnis des Brauchtums, die Kapitelsitzung in der Aula der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, also in den Räumen des kurfürstlichen Schlosses, das Kulturprogramm zwischen Religion, Kunst und Politik, wie auch die ökumenische Gastfreundschaft der evangelischen Christen zur Investiturfeier in der Kreuzkirche, die Musik in den Gottesdiensten und der Festabend auf dem „Papstschiff“ werden die Atmosphäre der Stadt Bonn erlebbar machen“, betonte Csr. Ursula Eglseder.

Nach der Statio zogen die Ritter und Damen in feierlicher Prozession über den Domplatz in den Hohen Dom zu Münster ein. Der Investitur-Gottesdienst wurde von Großprior Cfr. Kardinal Reinhard Marx geleitet. Er betonte zu Beginn seiner Predigt mit den Worten „Ich habe Euch vermisst“, wie sehr sehr sich freue, wieder in der Gemeinschaft des Ritterordens eine Investitur zu feiern. Aufgenommen wurden 28 Kandidatinnen und Kandidaten – unter ihnen der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, und der Bischof von Regensburg, Prof. Dr. Rudolf Voderholzer. Musikalisch begleitet wurde die Messe vom Mädchenchor am Dom und dem Santini Kammerorchester unter der Leitung von Domkantorin Verena Schürmann sowie von Domorganist Thomas Schmitz.

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Cfr. Kardinal Reinhard Marx das Gebet. Schließlich sei der Ritterorden eine Gemeinschaft des Gebets, des Handelns und des Zeugnisses. „Ohne Gebet schwindet der Glaube, verliert das Leben an Dynamik und Perspektive“, sagte Marx. Es gehöre zu den großen Herausforderungen, dass die Kirche den Menschen wieder das Beten vermittle. Der Schrifttext lade ein, durch das Gebet die Alltags- und Arbeitswelt aufzubrechen, um „im Leben nicht nur an der Oberfläche zu kratzen und von einem Tag in den anderen zu stolpern“. Cfr. Kardinal Reinhard Marx betonte: „Das Gebet ist die Eintrittskarte in eine neue Beziehungswelt, ein neues Netzwerk.“ Wer bete, schaue außerdem mit neuer Sensibilität und Mitsorge auf andere. „Wir brauchen die Kraft, die aus dem Gebet kommt“, unterstrich der Großprior. Diese Kraft sei nötig, um „aus dem Miteinander in unserem Land kein Gegeneinander werden zu lassen“. Das Gebet verschaffe Zutritt zum Reich Gottes, es sei „das Lebenselixier für uns Christen“. Zum anderen, ergänzte Marx mit Blick auf das Tagesevangelium, gehöre zum Eintritt in Gottes Reich eine kindliche Naivität, eine Bereitschaft zu staunen, sich ohne Berechnung beschenken zu lassen. „Der Ordensmantel und viele liturgische Gewänder verweisen auf das Taufkleid, das wichtigste Kleid unseres Lebens“, schloss Cfr. Kardinal Reinhard Marx . Später gratulierte er den neuaufgenommenen Damen und Rittern zur Investitur und unterstrich, dass sie in eine Gemeinschaft eintreten, die engagierte Christen in der Liebe zum Heiligen Land verbindet und die sich in der Kirche in Gottes- und Nächstenliebe bewähren will.

An der Freude der neuaufgenommenen Damen und Rittern konnten beim Festabend im Congresszentrum Münster alle Teilnehmer der Investitur teilhaben. Der weltliche Zeremoniar des Ordens, Cfr. Michael Wierzimok, begrüßte zu Beginn traditionell zunächst die Mitglieder der Ritterjugend. Nachdem Statthalter Dr. Brümmer die Ehrengäste der diesjährigen Frühjahrsinvestitur begrüßt hatte, übermittelte er den gerade investierten Damen und Herren die herzlichsten Willkommensgrüße und -wünsche der Statthalterei. Hiernach ging er in seiner Festansprache (vgl. hierzu das Editorial dieser Ausgabe) auf die Bedeutung der Ziele des Ritterordens auch im Hinblick auf die Daueraufgabe einer konstruktiven Friedensarbeit. Hiernach dankte er den Mitgliedern der Komturei St. Lugerus Münster,für die engagierte und liebevolle Vorbereitung dieser gelungenen Investitur und bat hierzu stellvertretend für die ganze Komturei unter dem Applaus der Festversammlung den Leitenden Komtur, Cfr. Dr. Michael Schnieders, sowie den Investiturbeauftragten, Cfr. Jürgen Wertschulte, auf die Bühne. Für die Gruppe der Neuinvestierten sprach hiernach Cfr. Dr. Antonius Hamers, Priester des Bistums Münster und zwischenzeitlich neuer Prior der Komturei St. Ludgerus Münster, den Dank und die Verbundenheit der Neuinvestierten. Er dankte insbesondere dem Großprior  für die Feier der Liturgie und die Auslegung des Evangeliums, Bischof Felix für das gastgebende Bistum Münster, der Komturei St. Ludgerus für die Einladung in die Stadt des Westfälischen Friedens sowie für die exzellenten Vorbereitung und Durchführung dieser Investitur sowie allen Heimatkomtureien und allen Familien und Freunden, die den geistlichen Lebensweg der Kandidaten ermöglicht, geprägt und begleitet haben.

Die feierlichen Tage der Investitur in Münster fanden ihren feierlichen Abschluss im Paulusdom mit einem Pontifikalamt des Bischofs von Münster, S. Ex. Dr. Felix Genn zum Hochfest der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Die Einstimmung zum Pontifikalamt gab Cfr. Diakon Prof. Dr. Dr. Otmar Schober in der Statio. In seiner Statio beschrieb Cfr. Diakon Prof. Dr. Dr. Otmar Schober, wie der Wunsch des Menschen nach Frieden in dem Lied „Herr, wir bitten: Komm und segne uns, lege auf uns deinen Frieden“ konkret wird. Der Herr wird mit einer Bitte um Segen und Frieden unmittelbar angesprochen. Cfr. Diakon Prof. Dr. Dr. Otmar Schober wies weiter darauf hin, dass als Ergänzung zu diesem Lied sich im Gotteslob ein Zitat von Niels Stensen findet: "Schön ist, was wir sehen, schöner, was wir wissen, weitaus am schönsten, was wir nicht fassen." Cfr. Diakon Prof. Dr. Dr. Otmar Schober betonte weiter, dass Niels Stensen als Forscher die Gesetze der Natur zu erkennen suchte: „Niels Stensen wählte für seinen bischöflichen Dienst das Herz mit dem Kreuz. Er weiß um die Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis; er weiß um das, was wir nicht fassen, wo es um die tiefsten Fragen des Menschen geht. Das Sehnen des Herzens geht darüber hinaus. Die Antwort auf diese Sehnsucht kann allein Gott geben. Er gibt sie in seinem Sohn Jesus Christus.“, betonte Cfr. Diakon Prof. Dr. Dr. Otmar Schober.

Bischof Dr. Genn betonte in seiner Predigt, dass er das Geheimnis des Dreieinigen Gottes am schönsten entfaltet sieht in einer bekannten russischen Ikone, die das Gastmahl der drei Männer bei Abraham darstellt; drei sitzen an einem Tisch, sie sind einander zugeneigt. Der christliche Maler hat in ihnen die Gestalten von Vater, Sohn und Geist gesehen. Bischof Dr. Genn betont: „Aber der Tisch öffnet sich nach vorne zum Betrachter und Beter hin: Wir gehören dazu. Es ist Seine Freude, mit uns Seine Gemeinschaft zu teilen. Dass wir das jetzt tun dürfen, in dieser Eucharistie, lässt uns an einem solchen Hochfest erst recht mit vollem Herzen sagen: „Lasset uns danken, dem Herrn unserem Gott. Das ist wahrhaftig würdig und recht.“

„Nun danktet alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen“, dieses fröhliche Danklied zum Abschluss des Pontifikalamtes am Sonntag gab allen Teilnehmern dieser Investitur die Gelegenheit „Danke!“ zu sagen für diese drei Tage der Freude und der Gemeinschaft in Münster. Diese intensiv und liebevoll vorbereitete Investitur war natürlich vor allem ein Fest des Glaubens. Doch darüber hinaus hat dieses Ordenstreffen freundschaftliche Beziehungen vertieft, den Blick über die eigene Komtureigrenze hinaus ermöglicht, den Zusammenhalt in der Statthalterei gestärkt und jeden einzelnen darin bekräftigt, sich mit neuen Ideen und neuer Leidenschaft für die Ziele des Ordens einzusetzen: Für das Heilige Land sorgen – den Glauben bekennen – Gesellschaft und Kirche dienen.

Dr. Christopher Wolf

Anmeldung für Mitglieder

Passwort vergessen ›

Kontextspalte